Kreativwirtschaftszentrum

Karlsruhe

Die im Bebauungsplan vorgegebenen volumetrischen Vorgaben werden respektiert, in Materialität und Anmutung findet das Projekt jedoch seinen eigenen Weg. Die bisher errichteten Neubauten auf dem Areal suchen in ihrer Erscheinung den maximalen Kontrast zu den historischen Bestandsbauten des Schlachthofensembles, welche von der mineralischen Schwere des roten Sandsteins geprägt sind. Blech, Glas, Eternit und eine aggressive Farbigkeit und Formensprache schwächen die Ensemblewirkung des Schlachthofareals spürbar. Der vorgeschlagene Neubau übt sich hingegen in gestalterischer Zurückhaltung und versucht die haptischen Qualitäten des Ensembles mit zeitgenössischen Mitteln fortzuschreiben. Das Haus zeigt sich als regalartig gerasterter Baukörper, dessen kräftige Tragstruktur aus rotbraun eingefärbtem Ortbeton in rauer Bretterschalung erstellt wird. Seine matt texturierte Oberfläche knüpft mit ihrem warmen Farbton und der changierenden Unperfektion des Ortbetons an die Patina der hervorragend gealterten Schlachthofgebäude an. Sämtliche Räume des Hauses orientieren sich nach Osten oder Westen. Auf den beiden Stirnseiten des Hauses wird das Regal mit schachbrettartig gegeneinander versetzten Pflanztrögen befüllt, deren gebäudehohe Bepflanzung zum integralen Bestandteil des architektonischen Konzeptes wird.

Daten

Wettbewerb 2017, Anerkennung